Erkennen wir die Chancen für den Klimaschutz?

von Klaus Pons

Da gibt es doch diesen einen Witz:

Ein sehr gläubiger Mann sinkt im Moor ein und droht langsam darin unter zu gehen. Er betet in seiner Not zu Gott und bittet ihn um seine Hilfe. Da kommt zufällig ein Bauer vorbei und bietet dem eingesunkenen Mensch seine Hilfe an, welche er aber mit den Worten "Nein Danke, Gott wird mir helfen" ablehnt. Erneut betet er zu Gott und bittet ihn um seine Hilfe. Zufällig kommt etwas später ein Jäger vorbei, der dem nun fast schon bis zur Brust im Moor steckenden Mann seine helfende Hand reicht. Mit den Worten "Nein Danke, Gott wird mir helfen" greift er nicht nach der rettenden Hand. Der nun gänzlich im Moor versunkene Mann trifft nach seinem Tod im Himmel auf Gott und beklagt sich bei ihm, warum er denn ihm nicht geholfen habe? "Habe ich doch" sagt daraufhin Gott, "ich habe dir doch zwei Retter geschickt ...".

Passiert in unserem Bestreben nach Klimagerechtigkeit und unserem verzweifelten Bemühen um notwendige Klimaschutzmaßnahmen zur Zeit durch die beiden nacheinander folgenden Krisen nicht etwas Vergleichbares?

Hat die Coronapandemie nicht genau das möglich gemacht, was zuvor als NO-GO, als unvorstellbar gegolten hat, nämlich die weltweiten Wirtschaftskreisläufe anzuhalten?

Und zeigt uns jetzt der Russlandkrieg gegen die Ukraine nicht eine weitere Möglichkeit, um endlich

Deutschland hat seit Jahren schon den größten Handelsbilanzüberschuss aller westlichen westlichen Industrienationen und gilt hiermit auch als stärkste wachstumstreibende Kraft in einer sich materialisierenden Lebenswelt, welche sich deswegen weltweit auf dem Weg der Vernichtung der eigenen planetaren Lebensgrundlagen befindet. Wegen dieser negativen Vorreiterrolle sehe ich es geradezu als moralisch-ethische und zwingende Pflicht von uns Deutschen, nun auch in Form einer großen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Transformationsleistung einen weltweit vorbildhaften Wandel für mehr Klimaschutz und Klimagerechtigkeit herbei zu führen.

Laut einer Umfrage plädiert mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung für ein Ende der Öl- und Gaslieferungen aus Russland (Zeit Online vom 11.03.2022). Sind nur unsere Politiker:innen die Bremser:innen?

Sicher, der Eingangs erwähnte Vergleich hinkt total: Während über dem o.g. Moor noch ein Gott walten darf, sind die menschengemachten Klimaveränderungen wissenschaftlich erwiesen.

Ich hoffe dennoch, dass die Deutschen nun diese ihre Chance erkennen und ins Handeln kommen, z.B. auch mit Wiederbewässerung trockengelegter Moore.

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