Antonio Rohrßen

Wer bist du, in welchem Kiez lebst du? Und warum kandidierst du für die Klimaliste Berlin?

Ich habe schon in Kreuzberg, Lichtenberg und Steglitz gelebt. Heute bin ich auf der Roten Insel in Schöneberg gestrandet. Ganz Berlin ist mein Zuhause, deshalb ist mir Landespolitik so wichtig. Wenn unser Berlin in der Klimakrise versagt, sehe ich das als Heimatsbeleidigung. Denn diese Stadt kann richtig viel - sie hat Energie ohne Ende, die Menschen sind aufgeschlossen und viele auch ein bisschen plemplem.

Wenn sich radikaler Wandel für die gute Sache irgendwo durchsetzen kann, dann hier. Deshalb kandidiere ich jetzt fürs Abgeordnetenhaus.

Fotograf: Roland Horn

Was möchtest du erreichen?

Wenn wir die Klimakrise nicht stoppen, wird sie zur Klimakatastrophe. Dann verlieren viele Menschen weltweit ihre Heimat, ihre Existenz und ihr Leben. In Berlin werden dann krasse Hitzewellen zunehmen, woran viele Menschen krepieren. Die Lebensmittelpreise werden extrem steigen, Urlaube in weit entfernten Ländern werden weitgehend unmöglich sein. Pandemien wie Covid-19 passieren immer häufiger. Was für eine Scheiß-Aussicht. Da hab ich wirklich null Bock drauf. 

Um diese Dystopie zu vermeiden, gibt es richtig gute und erprobte Konzepte. Das faszinierende ist - diese Konzepte helfen nicht nur gegen die Klimakrise, sondern machen das Stadtleben auf allen Ebenen angenehmer und freier. Beispiel Verkehr: Heute leiden Hunderttausende in Berlin an Schmutz und Abgasen. Lasst uns die Berliner Luft kräftig auffrischen, indem wir auf Benzin- und Dieselmotoren verzichten und ÖPNV für alle bereitstellen und die ehemaligen Parkplätze bepflanzen. Ein anderes Problem von heute ist der Lärm: Ich habe sechs Jahre im Erdgeschoss an einer Hauptverkehrsstraße gelebt. Trotz Tempo 30 ist das eigentlich unerträglich. Ich möchte nicht, dass auch nur ein:e Berliner:in so leben muss! Wenn wir alleine den Großteil der LKW durch kleinere Lastenräder ersetzen und den Pendler:innen attraktive Park&Ride-Angebote schaffen, dann reduzieren wir den Lärm extrem. Ist doch Win-Win. Worauf warten wir?!

An wen richtet sich die Klimaliste Berlin, wer sind eure Wähler:innen?

Wir richten uns an alle Berliner:innen, die eine lebenswerte Zukunft für sich und ihre Kinder möchten. An alle, die genauso fassungslos sind wie wir, dass unsere Berliner Regierung so ineffizient arbeitet, Digitalisierung nicht mal konzeptionell versteht, Verkehrswende nur in Form von Papieren aber nicht auf den Straßen macht. Natürlich auch an alle, die sich fragen, wo die Energiewende in Berlin eigentlich bleibt. Denn da sind wir bundesweit ziemliches Schlusslicht. An alle, die nicht verstehen, wieso wir die teuerste Autobahn Deutschlands mitten durch Wohngebiete bauen, aber kein Geld zur mietenneutralen Sanierung der Häuser da ist. Da stimmen doch die Prioritäten nicht. Und das sehen viele Berliner:innen so. 

Wir richten uns auch an alle, die gerne nachhaltig leben und wirtschaften möchten, die soziale und ökologische Start Ups gut finden oder selber gründen, die endlich Wohlbefinden über Profite stellen wollen. Wir richten uns auch an all diejenigen, die Klima wichtig finden, aber skeptisch sind, wie sie sich das leisten können sollen. Denn es stimmt - bisher gibt es keine Partei, die überzeugende Konzepte für soziale Gerechtigkeit und enkeltaugliche Klimapolitik kombiniert. Die Klimaliste Berlin hat genau diese Funktion: Wir bündeln die vielen guten Ideen und Maßnahmen für Klimagerechtigkeit und gehen sie nüchtern und zugleich mit frischem Schwung an. Wir sind eine Partei für das 21. Jahrhundert. Ein Angebot für alle, die sich mit dem zerstörerischen Status Quo nicht länger abfinden und nicht immer das kleinere Übel wählen wollen. Die Bock haben auf mehr Menschlichkeit in der Politik und auf die verdammt geile Welt, die wir möglich machen können, wenn wir aufhören nur davon zu reden und sie endlich gemeinsam umsetzen!